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Die Wurzeln von Röttele

Motor

Alles begann mit der Aufgabe, einen Polo zu bauen, der im Berg-Rennsport einsetzbar war. (Siehe www.berg-cup.de)

 Gesagt – Getan!

Kurzer Hand wurde eine Karosse gekauft, komplett zerlegt und von Grund auf neu aufgebaut. Es wurden Querlenker und Domstreben geschweißt sowie spezielle Rennsportdämpfer von Bilstein verbaut. Das Fahrwerk wurde in alle Richtungen, Höhe und Härte eingestellt. Doch die Lenkung war mit den großen Rädern so schwergängig, dass der Wagen kaum zu lenken und zu halten war. Also musste ein Lupo 3L Lenksäulenmotor her. Nach dem Einbau kam ein Sicherheitstank aus Aluminium geschweißt in den Kofferraum. Danach wurden die hinteren Kotflügel aus handgefertigtem Blech sowie die vorderen Kotflügel vorbereitet. 

Um den beiden G60-Ladern, dem Ladeluftkühler eines Mercedes Sprinter und dem Wasserkühler eines Opel Omega mit eigentlich 3Liter Hubraum, den nötigen Platz zu verschaffen, wurde der Frontbau um 25 cm verlängert.

Allerdings stand noch immer die Frage im Raum: „Wie bekommen wir mehr Leistung?“. Es entstand die Idee, einen Turbolader zu verbauen. Das Problem daran war jedoch, dass er entweder ein gutes Ansprechverhalten hatte aber zu klein war oder ein Turboloch hatte und zu groß war.

Wir wären jedoch nicht Röttele Racing, wenn wir hierfür keine Lösung gefunden hätten!

Es blieb nur eins! Nämlich zwei G60-Lader hintereinander zu schalten, welche auf einer Welle laufen und in ein gemeinsames Laderohr drücken. Der Plan stand. Jetzt fehlte noch die Umsetzung…

Nach vielem Probieren sind wir bei einem 12PK Keilrippenriemen angelangt, um die große Kraft der beiden Lader zu übertragen. Das Ergebnis waren 1,9 bar Ladedruck und über 250 PS am Rad. Zusätzlich wurde noch ein Überdruckventil (Blow-off-Ventil) verbaut. Das Drehzahlende des Motors war nun bei 7200 U/min.

Es wurden weitere Motorumbauten vorgenommen, eine erleichterte Kurbelwelle, eine Zwei-Scheiben-Sintermetallkupplung von Sachs, H-Schaft Pleuel und originale G40 Kolben verbaut. Nur die Verdichtung wurde reduziert. Eine spezielle Getriebe-Differentialsperre wurde eingebaut, um die Kraft zu übertragen und ein 5-Gang-Schaltgetriebe wurde kurz übersetzt bis 190 km/h.

Es kam wie´s kommen musste…

2006, am Start in Eichenbühl sind beide Antriebswellen abgerissen. Nach 3 km kostete es zusätzlich noch den Laderantriebsriemen, da er ab einer Drehzahl von 6000 U/min durchrutschte und in 5 Läufen jedes Mal abgerissen ist.

Somit kam eine Sonderanfertigung der Antriebswellen dazu. 

Der Rahmen im Frontbau wurde verstärkt. Fächerkrümmer und Auspuffanlage (Ø 65 mm) wurden bis kurz vor das hintere, linke Rad verbaut. Der hintere Diffusor unten sowie ein Heckspoiler, oben zur Stabilisierung des Fahrzeuges wurden angebracht. Die Fahrzeugbatterie die nun rechts auf der ehemaligen Rücksitzbank sitzt.

Dazu ist eine Selbstfeuerlöschanlage installiert worden, da dieses Fahrzeug nur noch in der Gruppe FS (Freestyle) fahren darf. Es wurde ein Eigenbau Ansaugrohr geschweißt und ein G60 Drosselklappenteil verbaut. Der Zylinderkopf ist nur bearbeitet worden, keine größeren Ventile oder ähnliches. Die Weber Alpha plus Einspritzanlage mit Startautomatik ist separat auf dem Prüfstand programmiert und 50 Meter bestes Stahlrohr im Innenraum als Käfig verschweißt worden. 8,5 Zoll Felgen mit Slickreifen wurden montiert, um die Kraft auf den Boden zu übertragen. Zwei Kraftstoffpumpen waren notwendig, um den Kraftstoffdruck von ca. 8 bar zu gewährleisten. Der Polo hat ab 1000 U/min sofort über 1,5 bar Ladedruck und somit in jedem Drehzahlbereich Leistung. Er ist aus diesem Grund aber auch sehr schwer zu fahren gewesen.

Dies war die grobe Erschaffungsgeschichte des Polo Bi G60.

titelb

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